Was ist Wachkoma?

Grundlegende Information zum Thema „Menschen im Wachkoma“

Das Wachkoma, oder auch Apallisches Syndrom genannt, ist durch eine komplexe Schädigung des Gehirns bedingt. Als Hauptursachen gelten schwere Schädel-Hirnverletzungen (z.B. nach Verkehrs- und Sportunfällen) oder ausgeprägter Sauerstoffmangel des Gehirns (z.B. nach Herzinfarkt oder Reanimation).

WachkomaDie Patienten befinden sich in einem schlafähnlichen Zustand, obwohl ihre Augen teilweise geöffnet sind. Sie blicken ins Leere, können nicht sprechen, nicht schlucken und haben meist ausgeprägte Lähmungen. Es gibt aber wissenschaftliche Untersuchungen darüber, dass Menschen im Koma und Wachkoma über elementare Wahrnehmungen und Empfindungen verfügen, ein verdecktes, internes Verhalten vorliegt, das sich nicht an äußerlich erkennbaren Reaktionen ablesen lässt bzw. zumindest für Ungeübte nur sehr schwer erkennbar ist.

Genau hier setzt unsere Arbeit ein!

In der Albert-Schweitzer-Klinik Graz wurde im März 2001 eine Station mit 25 Betten zur Rehabilitation von Wachkomapatienten aller Altersstufen, mit Ausnahme von Kindern, errichtet. Die Patienten werden von einem multiprofessionellen Team, bestehend aus Ärzten, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten betreut. Zusätzlich wird Logopädie, Musik- und Klangschalen-, Feldenkrais- und Kraniosakraltherapie, aber auch Tiertherapie angeboten. Menschen im Wachkoma benötigen für ihre Entwicklung eine spürbare Rückmeldung über die Wirkung ihrer selbst in der Welt, und zwar durch körpernahen Kontakt mit anderen Menschen. Sie werden sozusagen „am Du zum Ich“.

Deshalb stellt Basale Multisensorische Stimulation, aber auch Bezugspflege, einen Schwerpunkt der Betreuung dar. Nicht ein Therapieschema, sondern eine individuell auf jeden Einzelnen abgestimmte Therapie, die sich an der Lebensgeschichte der Betroffenen orientiert, wird angeboten. Menschen im Wachkoma müssen aber auch die Chance erhalten, wieder am Leben teilnehmen zu dürfen. Durch verschiedene Aktivitäten wie Kochen oder Backen auf Station, Grillen im Park, Ausflüge ins benachbarte Einkaufszentrum, in Konzerte, zu Fußballspielen, in den Zirkus, zum Christkindlmarkt, um nur einige zu nennen, sollen Erinnerungen wachgerufen und Ankerpunkte bzw. Anreize geschaffen werden, die „Traumwelt“ zu verlassen und ins normale Leben zurückzukehren.

Weiterführende Informationen über das Thema Wachkoma finden Sie in der Rubrik Medien.